Probier’s mal mit Gemütlichkeit …

Das zumindest ist bei mir Dschungelbuch-Schauen neulich im Gedächtnis geblieben.

So habe ich dann auch Kälte & Regenschauer genutzt, um mich Ewigkeiten mit Kokosduft in der Wanne zu räkeln. Das Zusammenspiel von heißem Wasser & Schmerztabletten hatte mich sogar vorübergehend schmerzfrei gemacht.

Ach so ja, schmerzfrei. Ich habe es wieder nicht zum Orthopäden geschafft. Trotz Schmerzen. Muß mir wohl eingestehen, daß da wieder mal meine Soziophobie mit mir durchgeht. Neuer Arzt & dann ohne Termin ein paar Stunden im Wartezimmer sitzen. Aaahhhhhh, Hiiiilfe!

Donnerstag ist die nächste Akutsprechstunde, aber da habe ich meinen Termin in der Charité. Also warten bis nächsten Montag. So ein Kackmist aber auch, ich bräuchte dringen eine Schmerzspritze & eine Physiotherapie-Überweisung. Wenn ich jetzt schon eine solche Praxis direkt um die Ecke habe (& das ausschließlich mit guten Bewertungen bei Yelp).

In meiner Verzweiflung habe ich sogar mein Stützkorsett wieder rausgekramt – mit der Idee, daß die BWS-Probleme vielleicht auch was mit der LWS zu tun haben. Mußte erstmal den Schrank durchsuchen, wo meine ganzen orthopädischen Hilfsmittel abgeblieben sind. Habe ja noch eine Halskrause zur HWS-Unterstützung & eine Handschiene wegen meiner Nervenschädigung.

Gott, ich bin echt so ein Krüppel!

Eigentlich wollte ich auch mal zum Friseur, aber meiner hat wegen „Inhaberwechsel“ geschlossen. Hoffe nur, daß wenigstens die Angestellten gleich bleiben, ich mag mich nicht schon wieder mit Unbekannten auseinandersetzen…

Und schon wieder verbalprügele ich mich mit einem bekloppten homophoben Truther, der es mir übel nimmt, daß ich Jürgen Elsässer nicht mag & faselt irgendwas von juritischen Schritten. Ich zittere schon vor Angst!

[Und sollte endlich, endlich lernen, mich aus solchen Diskussionen herauszuhalten. Ich weiß doch, daß mir das nicht gut tut.]

Aber wo waren wir stehengeblieben? Bei Gemütlichkeit ja wohl. Und bei Coil. Ich gemütliche also jetzt so vor mich hin mit Tee & Coil. Mit den „Acid“-Sachen komme ich ja immer noch nicht klar, aber das spätere Zeug – haaaach. Und ich bleibe dabei, daß mein favourite album die „Musick To Play in The Dark 2“ war, ist & sein wird.

Außerdem habe ich heute wieder mit meinem „Tagesprogramm“ angefangen. Und bin nun fest entschlossen, das trotz Schmerzen jetzt endlich mal durchzuziehen!

Oder ums mit Throbbing Gristle zu sagen: WE NEED SOME DISCIPLINE IN HERE!

:-)

Die Falle

Ich glaube, ich bin in den letzten Tagen wieder einmal in die ewig gleiche Falle getappt. Dieses Aufbegehren gegen die Schmerzen & die Depressionen ist einfach nur kontraproduktiv.

Aber das ist eines der Erkenntnisse, die ich tatsächlich immer wieder vergesse. ES ist als stehle mir das jemand aus meinem Bewußtsein (Hallo Täterintrojekte!).

Gut geht es mir heute auch nicht. Zumindest was das Körperliche angeht. Meine sehr schmerzhafte Brustwirbelsäulen-Blockade ist wieder da & jeder Atemzug & jede Bewegung schmerzt. Naja, eigentlich schmerzt sogar die Nicht-Bewegung.

Ich habe heute morgen allerdings ganz bewußt beschlossen, daß heute „Schlechte Laune-Tag“ ist & ich außer Essen & Mails schreiben absolut gar nichts tun werde, daß mir alles scheiß-egal ist & überhaupt

Irgendwie half das & inzwischen habe ich sogar die Wäsche gemacht, gespült & Geschirr weggeräumt & ein bißchen aufgeräumt.

Und da war die Energie plötzlich wieder da. Bloß weil ich mir sagte, ich würde dann eben die Tatsache der Depression & Energielosigkeit annehmen statt dagegen aufzubegehren.

Eigentlich faszinierend, wie einfach das ist.

Trotzdem sollte ich versuchen, morgen in die Akutsprechstunde dieses Orthopäden reinzukommen. Der Scheiß kommt ja immer wieder & ich kann nicht weiterhin so viele Schmerztabletten futtern …

Alles scheiße

Ich kriege überhaupt nichts mehr gebacken. Hänge nur ab & selbst das Wäsche aufhängen schaffe ich erst fünf Stunden, nachdem die Wäsche fertig ist. Wenn überhaupt.

Schwarzer Tee geht gar nicht mehr. Macht nur fürchterlichste Magenschmerzen. Dazu wieder Koliken & Durchfallattacken.

Fuß- & Gelenkschmerzen auch weiterhin da.

Ich starre wieder stundenlang aus dem Fenster & merke nicht, wie die Zeit vergeht. Kochen geht nicht, aufräumen geht nicht, konzentrieren geht nicht.

Wenn ich könnte, würde ich heulen vor lauter Frust. Aber nichtmal das geht noch. Ich laufe nur noch im Modus kurz vor dem Zusammenklappen. Ob körperlich oder seelisch weiß ich allerdings nicht.

Hatte ja sogar ein Angebot für eine schamanische Behandlung dieses Wochenende. Und habe mich nicht mal getraut, nachzufragen. Jetzt hat die betreffende Person es wahrscheinlich schon längst vergessen.

Meine Therapeutin will mich – mal wieder – überreden, in eine Tagesklinik zu gehen. Eigentlich finde ich die Frau ja echt toll, aber ich versteh nicht, warum sie nicht begreift, daß mir diese Bastel-, Spazierengeh-, PMR-Scheiße überhaupt nicht gut tut. Und ich ganz davon abgesehen, in der momentanen Situation sowieso nicht hingehen würde, weil ich meine Tage lieber verschlafe als irgendwo nach Zehlendorf in eine Tagesklinik zu fahren.

Was ich brauche, ist ein gescheiter Schmerztherapeut & ein Ende dieser dauernden körperlichen Einbrüche.

Ich sage mir zwar immer wieder, daß das nur wieder die Täterintrojekte sind, weil es vorher so gut lief, aber ich kann auch nichts daran ändern, daß mich diese absolute Hilflosigkeit psychisch einfach total fertiggemacht. Wenn ich dissoziiere, habe ich meine Notfallpläne, meine Übungen, meine Notfall-Medis, aber wenn ich körperlich so einbreche wie im Moment, habe ich einfach das Gefühl, ich kann überhaupt nichts tun & ich werde nicht mal ernstgenommen.

Ich meine, bei diesem fucking Regenwetter habe ich durchgehend Schmerzen, kann nicht richtig laufen, die Arme nicht heben & alles, was den Ärzten einfällt, ist, daß ich da zwar die & die & die Antikörper für Rheuma-Geschichten hätten, aber ich trotzdem keins hätte.

Und über diese Erschöpfungsgeschichten redet auch keiner. Außer in meinem Reha-Bericht taucht das ja nicht mal in den Diagnosen, dabei ist es scheiße wichtig, daß ich teilweise 16 Stunden schlafen muß, weil ich anders nicht klarkomme.

Das ist nicht witzig & ich kann’s auch nicht kontrollieren. Ich bin dem einfach ausgeliefert & kann überhaupt gar nichts machen, bis es irgendwann wieder weg ist.

Und dann spreche ich heute mit meiner Schwester & sage: Ich verstehe nicht, warum ich für meine Freunde keine tiefen Gefühle mehr empfinde, das war doch früher mal anders. Und mein Schwester antwortet nur: Du hast doch schon seit Jahren keine Freunde mehr. Das sind doch alles nur Bekannte, die Du nicht an Dich ranläßt & so langsam mache ich mir Sorgen.

Tja, das hat gesessen & ich fühle mich immer mehr wie ein schlechter Mensch, weil mir immer weniger Menschen wirklich etwas bedeuten & ich eigentlich überhaupt keinem Menschen mehr vertraue, daß er oder sie im Falle des Falles wirklich für mich da wäre.

Und ich denke mir, das kann’s doch gar nicht sein. Wo ist Deine Dankbarkeit für die Menschen, die sich oft genug Deinen Scheiß angehört haben & immer für Dich da waren & mir fällt dazu nur ein, daß ich anscheinend irgendwann aufgehört habe, Gefühle zu investieren weil ich automatisch davon ausgehe, daß meine „Freundschaften“ überhaupt nicht tragfähig sind.

Weil ich so schwierig sein kann, weil die Leute ihre eigenen Probleme haben, weil wir letztendlich doch alle nur Egoisten & uns selbst die Nächsten sind, weil Vertrauen nur immer wieder enttäuscht wird & weil nur Alleine-Sein Sicherheit bietet.

Das ist doch alles eine ganz verfluchte Scheiße!

Strike!

Es war ein wirklich harter K(r)ampf, aber letztendlich habe ich die zickige Rechenmaschine doch noch besiegt!

Yeah!

Gestern hatte mir netterweise noch jemand im Forum geholfen, das richtige BIOS-Update zu finden & sieh an, es war nicht nur das „Neueste“ (von 2005 *ggg*), sondern auch kein Free DOS-Krempel sondern ein Image zum Brennen.

Gesagt, getan, CD rein, neu starten, BIOS flashen, neue Taktfrequenz überprüfen, zufrieden sein. Die CPU taktet endlich auf den normalen 1500 MHz!

Dann bin ich aber ultra-spontan noch mal losgezogen & habe mit einer Bekannten den gestrigen Anti-Diät-Tag gefeiert: Burger & Pommes bei BBI.

Geil war’s!

Danach nach Hause & mit einem Drink gemütlich machen. Und endlich, endlich Lubuntu installieren!

Aber denkste: Bis heute abend habe ich rumgeeiert mit Bootoptionen, PAE-Problemen & dergleichen. Lubuntu wollte gar nicht, auch nicht mit der Bootoption forcepae. Bodhi wollte mit dieser Bootoption ebenfalls nicht. Also noch ein non pae-Iso von Bodhi gezogen & gebrannt. Erstmal Glück, Bodhi fährt anstandslos als Live-System hoch & läßt mich in mehreren Durchgängen die Festplatte mit shred nullen, damit niemand mehr auf die sehr geheimen Daten von M. zugreifen kann.

Beim Einrichten von Bodhi dann allerdings permanente Abstürze, u.a. bei Softwareaktualisierungen. Nach zwei Stunden reichte es mir & ich testete meine Sammlung alter Live-CDs durch. Nichts fuhr hoch außer einem Xubuntu 12.04. Daß ich deswegen dann auch installiert habe.

Und noch stundenlang auf „möglichst einfach für Computer-DAUs“ konfiguriert habe. Unter anderem mit Autologin & abgeschalteten Updates. Letzteres würde ich normalerweise nie machen, aber der Läppi ist für einen jugendlichen Flüchtling, den M. betreut & der spricht weder sonderlich gut Deutsch, noch hat er irgendeine Ahnung von Linux. Updates würde er also so oder so nicht fahren. Außerdem wird das Ding wohl kaum ans Netz kommen & hauptsächlich für einfache Office-Aufgaben wie Bewerbungen schreiben etc. benutzt werden. So tröste ich mich jedenfalls darüber hinweg, daß ich meine eigenen Sicherheitsrichtlinien breche…

Naja, was lange währt & so. Jedenfalls läuft das Teil jetzt recht flott mit Xubuntu & durch den Rest muß der Jugendliche sich eben selbst durchkämpfen. Und wer weiß, vielleicht züchte ich damit ja den nächsten Linux-Jünger heran😉

Ansonsten: Schmerzen. Überall & dauernd. Fußschmerzen wieder da, Rückenschmerzen wieder da, Magenschmerzen zurück, dazu Zahnschmerzen & Gelenkschmerzen so schlimm, daß ich kaum meine Arme heben kann, weil ich wegen der Schmerzen in den Schultergelenken sonst heulen könnte.

Ich weiß langsam wirklich nicht mehr weiter. Und werde zunehmends depressiver & unmotivierter. Schlafen & rumhängen geht noch, aber alles andere ist zu viel.

Ich bin echt ganz schön frustriert.

Problems

For WINDOWS problems reboot | For LINUX problems be root!

:-)

Hin & her & her & hin

Ungefähr so stellt sich mein Leben gerade dar. Und manchmal, wenn dieses Hin & Her ein bißchen ruhiger wird, ist es sogar ganz angenehm.

Gerade sitze ich hier mit meinem Jasmintee & warte auf einen Wasserzähler-Ableser, der irgendwann zwischen 12 & 15 Uhr kommen wird. Glücklicherweise habe ich nichts Dringendes vor.

Gefrühstückt habe ich ausgiebig & Wasser gesoffen wie ein kamel nach einem Wüstenmarsch. Mußte ja das nachholen, was mir gestern morgen verwehrt geblieben ist.

Da hatte ich nämlich eine Magenspiegelung & durfte mal wieder erfahren, wie ätzend es ist, morgens stundenlang nichts trinken zu dürfen.
Und dann noch ewig rumliegen nach der Sedierung – wobei ich schon im Gastroskopie-Raum wieder wach war & unbedingt aufstehen wollte😉

Naja, auf die Ergebnisse der Proben muß ich ein Wöchelchen warten, aber die Gastro selbst zeigte schon hübsche blutige Entzündungslöcher in der Magenschleimhaut. Yippie!

Soll jetzt erstmal vier Wochen durchgehend Pantoprazol nehmen. Mehr kann man da wohl nicht machen. Außer natürlich rauchen, saufen & scharf essen aufgeben. Na juhu! Als ob ich das schaffen würde …

Und geschlaucht hat es auch ohne Ende. Viel mehr als die vorherigen beiden Male. Was vielleicht auch mit daran lag, daß ich extrem wenig & extrem schlecht geschlafen hatte. Jedenfalls lag ich danach eigentlich fast nur herum & habe Essen in mich reingestopft & Krimi gelesen.

Wobei: Einen Großteil der Zeit habe ich auch damit zugebracht, einen Uralt-Laptop mit Linux zum Laufen zu bringen. Leider ergebnislos.

Ich dachte schon, ich bin völlig bescheuert & zu doof, auf einem System mit 512MB RAM (so dachte ich anfangs, sind aber letztendlich doch ganze 2 GB aufgesteckt) ein aktuelles Lubuntu zu installieren & vorher das XP mit den persönlichen Daten von M. mit Nullen zu überschreiben, damit da nichts wieder hergestellt werden kann.

Nun ja, ganz so doof bin ich dann nun auch nicht, ich habe nur ein echt haariges Problem tief im Inneren.

Nach einigen Forenberichten hat dieses Modell eine problematische BIOS-Version. Das führt dazu, daß die Maschine von ihren eigentlichen 1500 MHz permanent auf 600 MHz runtergetaktet wird. Was auch erklärt, warum die Besitzerin schon Jahre jammerte, das Ding würde kaum noch funktionieren.

Abhilfe schafft natürlich ein BIOS-Update, aber da fängt der Streß erst richtig an. Es wird im Netz von zwei verschiedenen möglichen Versionssnummern gesprochen, die das Problem beheben. Nun sollte man meinen, die mit dem höchsten durchgezählten Buchstaben Z sei die richtige, aber angeblich ist Version J neuer & die richtige.

Und selbst wenn beide richtig wären, der Flash-Vorgang ist für mich nicht durchführbar, weil ich einfach nicht kapiere, wie ich es machen soll. Da beim Booten keine Sticks angesprochen werden, auch wenn ich es einstelle, bleibt mir nur das Brennen auf CD, was uch wunderbar klappt, aber zu dieser DOS-Installation finde ich einfach keine Anleitung, die auf mein Beispiel paßt. Ich kann mir mit einem DOS-Befehl den Inhalt der CD anzeigen lassen, aber da gibt es keine .rom-Datei & genau die soll ich angeblich „einfach“ aufrufen um das Flashen anzustoßen.

Also kurz & knapp, ich habe wahrscheinlich den Grund für die ganzen Probleme gefunden & kann ihn mangels verfügbaren Wissens (im Kopf & im Internet) nicht richten.

Das ärgert mich, ist es doch eigentlich nur ein uralter Rechenknecht meiner Freundin M., die diesen an Bedürftige weiterverschenken will & ich habe mich freiwllig angeboten, da flugs ein Linuxsystem draufzumachen. Dachte so an ein oder zwei Stündchen, in denen shred die Festplatte überschreibt & dann noch höchstens eine Stunde für Installation, Updates & Feinkonfiguration von Lubuntu oder Bodhi.

Und jetzt habe ich schon ungefähr acht Stunden damit verbracht mit null Ergebnis. Das ist wirklich extrem unbefriedigend!

Aber andererseits: Ich bin dauermüde & vollkommen unmotiviert & habe mal wieder Gelenkschmerzen. Da kann ich mir es auch mit Tee am Schreibtisch bequem machen & mit drei Maschinchen gleichzeitig rumfummeln.

Gestern habe ich sogar ein Beweisphoto gemacht, was ich für eine Nerd-Tante bin!

IMGP0839

Liebe

weavesilk 3 (Liebe)

Selber malen bei: weavesilk.com

Entfremdung

Um mich selbst ein bißchen lächerlich wegen meines Gejammers von gestern zu finden, ist der Tag heute sehr angenehm bis erfreulich.

Habe Beeerge von Nachrichten bekommen & beantwortet & bin noch völlig im Kommunikationsrausch. Hah! Wenn ich mit meinen real life-Freunden schon nicht klarkomme, dann doch wenigstens mit der wachsenden Zahl an Internetbekanntschaften!

Bekam sogar nach über einem halben Jahr eine Mail von jemanden, mit dem der Kontakt kurz nach Austausch der Email-Adressen komplett abbrach.

In der Mail heute stand dann, das lange Schweigen sei das Ergebnis einer Mischung aus Trägheit & Zeitmangel gewesen & ob ich denn noch Interesse an einer Kommunikation hätte. Klar, schrieb ich, ich kann mich schließlich sogar noch an Dich erinnern😉

Soweit also alles ganz schick.

Aber was mir eigentlich im Kopf herumgeistert, ist noch eine Theorie zu meinen Empfindungen gestern abend: Entfremdung. Oder im Englischen auch: alienation. Was mir fast besser gefällt.

Jedenfalls ist mir gestern zumindest zum Teil klargeworden, warum ich solche Probleme mit meinen Freundschaften habe. Und das in diesem Ausmaß eigentlich seit meinem Zusammenbruch.

Seitdem fühle ich mich nämlich oft so entfremdet/alienated.

Ich denke, das Problem ist einfach, daß diese Erfahrung, monatelang irgendwo in den innersten Kreisen der Hölle umherzuirren, mich sehr verändert hat. Während die anderen vielleicht nicht gleich geblieben sind, aber auch keine Notwendigkeit hatten, sich so tiefgreifend zu ändern.

Und da stand ich dann mit meinen ganzen völlig durchgeknallten psychischen Erfahrungen & merkte, daß das, was ich versuche, zu erzählen einfach gar nicht ankommen kann, weil es so eine höchst subjektive Erfahrungswelt ist, die eigentlich nur jemand verstehen kann, der selbst einmal in der Situation war, so völlig „abzudrehen“.

Da war plötzlich ein unüberbrückbarer Abgrund zwischen mir & meinen Mitmenschen & während das bei irgendwelchen anderen Leuten auch voll O.K. & sogar gut zum emotionalen Verstecken ist, ist es bei Freunden schmerzhaft.

Mir schienen die emotionalen Bindungen auf einmal nicht mehr tragfähig, ich fühlte mich unverstanden, sah mich als Last für andere & war dabei trotzdem enttäuscht von den Leuten, weil ich mir wohl gewünscht hätte, daß sie es irgendwie schaffen, empathisch zu mir durchzudringen. Was wahrscheinlich in der damaligen Situation gar nicht möglich gewesen ist. Trotzdem schmerzte es.

Und mit dem Verlust meiner Beziehung ging eigentlich auch noch der letzte Rest Vertrauen den Bach runter …

Und im Internet ist es eben anders. Da habe ich meine Rolle als neurotische, aber irgendwie doch liebenswerte Superintelligente & die Leute, die ich da kennenlerne sind teilweise ganz genauso & so kann ich Nähe (oder zumindest die Illusion davon) zulassen, mich aber auch jederzeit davon zurückziehen, wenn es mir zu viel wird.

Auf Dauer ersetzt das für mich keine realen Kontakte, aber es füllt auch nicht nur die Leere, sondern bietet mir intellektuelle Anregung, emotionale Hilfestellung auf beiderseitiger Basis & auch genügend Lachen & Blödsinn. Also eigentlich so, wie ich mir einen richtig guten Chat am Freitag abend vorstelle.

Tja, Erkenntnis alleine nützt natürlich nichts. Vielleicht sollte ich den Frühling nutzen, um auch wieder mehr Kontakte außerhalb des Internets auf- & auszubauen.

Wir werden sehen …

Wo sonst?

Genau! Wo, wenn nicht hier, kann ich meine Grübeleien & mein Selbstmitleid ausbreiten, mich bis zum Erbrechen selbst analysieren & zwei Tage später wieder von vorne anfangen?
Rhetorische Frage natürlich. Außer in meinem Tagebuch nirgendwo, aber da ich inzwischen schneller tippe als mit der Hand schreibe, ist es einfacher, meine Gedanken hier zu verewigen als im Tagebuch.

Und außerdem hat frau hier auch noch zumindest imaginiertes Publikum, das es um Aufmerksamkeit anbetteln kann:-)

Ich weiß nicht, ob es am Temperatursturz von über 15 Grad liegt, aber heute war mal wieder so ein typischer „Kann man auch streichen“-Tag.
Natürlich wieder Gelenkschmerzen ohne Ende (klar, regnete ja auch), nichts auf die Reihe gekriegt, innere Unruhe, Selbstgeißelung, weil ich so ein sozial inkompetentes Psycho-Wrack bin & eine schlecht im Zaum zu haltende Sehnsucht nach … Ja genau, nach was eigentlich?

Nach Sozialkompetenz, nach Freunden, nach Spaß in der Clique, nach Leichtigkeit, Fröhlichkeit & wenigstens einmal für ein paar Stunden nicht grübeln müssen.

Und immer wieder das Scheitern daran.

Ich schaffe es ja nicht mal, mich mit Freunden zu treffen. Wobei hier natürlich zu fragen wäre, wen ich eigentlich als Freund oder Freundin sehe.

Ich weiß schon, daß es da Menschen gibt, die mich mögen & auch für mich da wären, wenn es mir schlecht geht, aber rein von meinem innersten Gefühl her habe ich keine Freunde. Niemand, bei dem ich wirklich das Gefühl habe, er oder sie könne „wirklich“ für mich da sein & dabei vertrauenswürdig sein.

Ich unterstelle verschiedenen Leuten einfach bestimmte Gründe, für mich da zu sein & die haben mehr mit deren Einsamkeit & sozialer Inkompetenz zu tun als mit mir als Mensch & als Freundin. Oder sie sind tatsächlich für mich da, können aber nicht mit meiner Tiefe umgehen & heben daher alles auf eine oberflächlichere Ebene, die für sie ungefährlich ist.

Richtig verstanden fühle ich mich eigentlich nirgends.

Und gleichzeitig habe ich das blöde Gefühl, daß das zu einem gewissen Teil auch an mir selbst liegt, an meinem Mißtrauen, meiner schnellen Enttäuschbarkeit, meiner Unfähigkeit, Menschen wirklich an mich heranzulassen.

Ich bin gerade sehr nachdenklich. Es wird Frühling & ich habe das Bedürfnis, diese ganze Schwere & Ernsthaftigkeit & Erstarrung auch mal hinter mir zu lassen. Ich sehne mich nach ein bißchen Leichtigkeit, nach Spaß auf irgendeiner ganz banalen Ebene, mit Freunden um die Häuser ziehen, chatten, Unsinn erzählen, unflätige Witze machen, im Straßencafé sitzen & Torte futtern & all so ein Zeug.

Stattdessen sitze ich zu Hause, spreche meistens tagelang mit keiner Menschenseele & das einzige, an was ich mich halten kann, ist meine Disziplin, was meine tägliche Praxis betrifft. Und das ist mir gerade einfach zu wenig.

Vor ein paar Tagen erreichte mich eine Mail eines wohl recht wilden Typen, den ich auf dem großen Esoterikforum kennenglernt habe. Intelligent, tiefsinnig, verbittert & hat ein komisches Frauenbild. Irgendwie mag ich ihn trotzdem.

Der schreib mir, er sei so verwundert über die Kluft zwischen der spirituell-magischen & menschlichen Kompetenz, die er mir zuspricht & meinem absolut katastrophalen Leben (& dabei weiß er wenig genug von mir, wir kennen uns ja noch nicht lange).

Ja, so manchmal frage ich mich auch, wie das sein kann.
Ich meine, ich bin ein eigenwilliger & durchaus schwieriger Mensch, aber ich bin auch hochintelligent, sehr empathisch, für Menschen da, kann meine eigenen Vorurteile überdenken, mich selbst reflektieren & auch verzeihen. Insofern halte ich mich eigentlich eher für einen „netten“ Menschen. Und einen kompetenten dazu. Und trotzdem kriege ich nichts auf die Reihe & freue mich schon, daß ich überhaupt noch lebe.

Perspektive, Liebe, Beruf, Freunde, Zufriedenheit, Geld, Gesundheit – alles Fehlanzeige.

Und jaaa, natürlich muß ich mir immer wieder sagen, das sind die Täterintrojekte, die greifen Dich an weil Du auf einem so guten Weg bist & so weiter & so fort, aber es kann doch nicht die nächsten zehn Jahre so weitergehen, daß ich schon froh sein muß, wenn ich es mal geschafft habe, den Abwasch zu erledigen.

Da muß doch mehr sein im Leben Da muß es doch auch mal Freude gebe. Zufriedenheit. Inneren Frieden. Ruhe.

Und von Liebe sprechen wir jetzt schon mal gar nicht. Ebensowenig wie von Leichtigkeit.

Irgendwie besser

Irgendwie hat mich dann ja gestern noch die totale Heulerei getroffen. In diesem Falle war dann mein jammeriges Aufmerksamkeits-Heischen bei Facebook genau das Richtige. Gab dann nämlich nette Menschen, die mich aufgebaut haben.

Bis zum Schluß dachte ich noch, ich müsse auf die Beltane-Party – zur Not wieder humpelnd.

Dann machte ich mein Beltane-Ritual. Dauerte über eine Stunde & war sehr kraftvoll. Der absolute Knüller war allerdings die darauffolgende private Arbeit für mich, die sich von der Thematik her gut ins Beltane-Thema einfügte. Selten hatte ich eine so klare & hochenergetische schamanische Reise wie gestern abend – eigentlich auch klar, ich habe ein wiedergekommenes Krafttier gebeten, mir in einer bestimmten sehr schwierigen Sache durch den Transformationsprozeß zu helfen, daraufhin verschmolz es mit seiner Silber-Gestalt, die ich seit einigen Tagen als Kettenanhänger trage.

Das war ein ganz unglaubliches Gefühl & als ich wieder zurückkam, merkte ich auch körperlich, daß ich da im wahrsten Sinne des Wortes „ganze Arbeit“ geleistet hatte.
Ich habe mir blutzuckerbedingt massiv den Bauch vollgeschlagen, noch eine geraucht & bin dann – gänzlich ohne Alkohol, ohne Tränen & ohne Schmerzen ins Bett gefallen & habe vierzehn Stunden geschlafen (auch wenn ich dann in der Nacht doch noch Schmerztabletten wegen der Menstruationskrämpfe nehmen mußte).

Die Laune ist natürlich auch wieder besser & so werde ich den Rest des Tages hübsch faul, gelassen & sogar ein bißchen gutgelaunt mit Wenig-Tun verbringen.

Das war doch eine gute Alternative zum Sitzen am Feuer:-)